Folge 12 - Die Verwaltung im Berliner Justizvollzug

Shownotes

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00:00:02: Kerkermeister,

00:00:04: Strafvollzug

00:00:05: ohne Vorurteile.

00:00:07: Arbeiten im Berliner Justizvollzug.

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Folge unseres Podcasts!

00:00:17: Mein Name ist Stefan und ich freue mich dass ihr auch heute wieder dabei seid.

00:00:22: Für die heutige Folge haben wir uns mit unterschiedlichen Tätigkeiten im Bereich der Verwaltung des Berliner justizvollzuges auseinandergesetzt.

00:00:30: Dafür haben wir verschiedene Interviews in der JVA-Tegel und der Jugendstrafanstalt geführt.

00:00:36: Wir wünschen euch viel Spaß beim Einblick in die Vielfalt von Verwaltungstätigkeiten im Justizvollzug!

00:00:44: In unserem ersten Interview konnte ich mit Katja sprechen, in der jva-tegel ist Katja die stellvertretende Leiterin des gesundheitsorientierten Personalmanagements – kurz GPM.

00:00:55: Daneben ist sie auch noch die Beauftragte für das betriebliche Eingliederungsmanagement, kurz BEM oder BEM.

00:01:03: Und last but not least ist Katja auch noch für die kollegialen Erstbetreuenden zuständig.

00:01:08: Katja ist originär gar keine Verwaltungsbeamtin sondern kommt ursprünglich aus der sozialen Arbeit.

00:01:15: aber

00:01:16: das hat sie mir im Interview alles selbst erzählt.

00:01:18: viel Spaß dabei!

00:01:20: Ich bin jetzt hier in der Abteilung Gesundheitsorientiertes Personalmanagement, der JVARTegel und vor mir sitzt Katja.

00:01:27: Hallo Katja!

00:01:28: Hallo

00:01:29: Stefan,

00:01:30: grüß dich freut mich!

00:01:31: Ja, mich auch dass du zur Verfügung stehst.

00:01:33: vielen Dank dafür!

00:01:34: Sehr gerne!

00:01:34: Katja leitet hier mit das Gesundheitsorientierte Personalmanagement.

00:01:40: Du tust das und hast auch noch eine ganze Menge Nebenbeschäftigung.

00:01:43: Du bist aber nicht auf einem ganz typischen Verwaltungsweg in die JVATGEL geraten.

00:01:49: Möchtest du mal was darüber erzählen, wie das eigentlich gekommen ist?

00:01:52: Und welche Stationen du absolviert hast.

00:01:54: zu dem, was du heute

00:01:56: machst?".

00:01:56: Also mittlerweile ist es ja so dass ich schon dreizehn Jahre in der JVA-Tegel bin.

00:02:01: Angefangen hat's allerdings zwei Tausend Sehnen noch in der damaligen Teilanstalt eins.

00:02:06: Da war ich noch Studentin und hab dann Praktikum genau in der sozialen Arbeit absolviert.

00:02:14: Das war tatsächlich immer mein

00:02:16: Wunsch, also auch nach wie vor ich bin sehr gerne hier.

00:02:21: Und jedenfalls war ich ja noch Studentin und hatte da noch ein bisschen Studium auch vor mir und so dass sich dann letztendlich im Mai-Zwahltausendreizehn die als Sozialarbeiterinnen in der Teilanstalt fünf meine Tätigkeit aufnehmen konnte.

00:02:37: Da

00:02:37: war ich dann bis ich dann in die Thailand-Steilz II gewechselt bin.

00:02:46: Und da kam dann sozusagen auch weiter in die Verwaltung

00:02:50: reingerutscht

00:02:51: bin und war dann da Mitarbeiterin bei der damaligen Thailand Steilsleitung, das habe ich circa zwei Jahre gemacht

00:03:02: Wäre der Corona-Zeit, besondere Bedingungen?

00:03:05: Genau.

00:03:05: Richtig!

00:03:06: Das war ein

00:03:07: besonderer Bedingung da hast du recht.

00:03:10: War aber auch eine gute Herausforderung muss

00:03:13: ich auch sagen.

00:03:17: Dann gab es für mich ne Auszeit und dann bin ich wiedergekommen

00:03:20: und

00:03:21: habe hier

00:03:22: im Servicebereich also in das Service Einheit Gesundheits orientiertes Personalmanagement meine Tätigkeit

00:03:28: aufgenommen.

00:03:30: Ich bin sozusagen vom Justizvollzug in die Verwaltung rein.

00:03:35: Und

00:03:35: genau das mache ich jetzt schon seit gut zwei Jahren und bin hier eben zuständig für die Gesundheitskoordinationen und vertrete auch den Bereich.

00:03:47: Gesundheitsorientiertes Personalmanagement, das ist ja erstmal wieder so ein Wortmonster.

00:03:53: Ich weiß nicht ob sich jeder da draußen oder jede da draußen darunter etwas vorstellen kann.

00:03:58: Kannst du das mit ein, zwei Sätzen erklären was sich unter diesem Begriff subsumiert?

00:04:05: Ja

00:04:05: ich

00:04:05: kann es gerne mal versuchen weil es tatsächlich ein sehr breit gefächertes Aufgabengebiet ist.

00:04:12: Genau also ich bin in erster Linie auch zuständig für die Entwicklung des Gesundheitsmanagement für alle Mitarbeitenden der JVA-Tegel Und ich koordiniere auch die Mitarbeitenden, die im Notfallmanagement

00:04:28: tätig

00:04:28: sind.

00:04:30: Das heißt unsere

00:04:31: abkürzungen, also unsere Caps,

00:04:33: K.E.B.,

00:04:35: die kollegiale

00:04:36: Erstbetreuung.

00:04:37: Genau im Moment sind wir da ein Team von Zweiunddreißig-Mitarbeitenden Die halt für Mitarbeiter der JVATGEL zuständig sind in besonderen Situationen außerordentlichen Vorkommnissen, wenn da Hilfe benötigt wird.

00:04:52: Wenn Unterstützung gefragt ist, wenn Kollegen unmittelbar beteiligt sind

00:04:59: und... Also Belastungen ausgesetzt sind die jetzt nicht im alltäglichen Dienst quasi entsprechend?

00:05:02: Ganz

00:05:03: genau!

00:05:05: Die dann aus Situationen herausgenommen werden müssen

00:05:09: und

00:05:10: für eine gewisse Zeit Unterstützung benötigen.

00:05:13: Ja, was mache ich noch?

00:05:15: Ich bin auch Bembeauftragte.

00:05:17: Stimmt toll!

00:05:19: Das ist ein sehr herausforderndes Aufgabengebiet also zuständig für das betriebliche Eingliederungsmanagement und da fühle ich halt auch Gespräche mit Mitarbeitenden

00:05:35: die einen

00:05:38: Bennangebot annehmen.

00:05:40: Was ist denn so ein Benn-Angebot?

00:05:42: Wann bekommt man denn das?

00:05:43: Ein Bämmerangebot

00:05:44: erhält man, wenn man innerhalb eines Jahres über zweiundvierzig Tage erkrankt ist.

00:05:51: Es ist egal wann dieses Jahr anfängt.

00:05:54: Wir stellen dann im dem Schreiben das Bem-Verfahren vor, erklären nochmal kurz was es beinhaltet und laden dann sozusagen zu einem vertraulichen Gespräch ein.

00:06:05: Das beruht alles auf Freiwilligkeit.

00:06:08: wir zwingen niemandem der oder die Beschäftigte dieses Angebot wahrnehmen möchte, dann gibt es da eine Rückmeldung.

00:06:18: Wir terminieren, haben auch noch die Möglichkeit andere Ansprechpersonen, Vertrauenspersonen in das Gespräch mit einzubeziehen.

00:06:30: Ich denke jetzt zum Beispiel an den Personalrat Genau und dann gucken wir sozusagen an welcher Stelle wir Unterstützung

00:06:37: leisten können.

00:06:38: Also möglicherweise Belastungen Perspektivisch so zu verändern, dass die oder der Bedienstete wieder dienstfähig wird

00:06:46: damit

00:06:47: er dauerhaft bleibt.

00:06:48: Belastungen neuen vorzubeugen nicht aber auch zu schauen wo kann man vielleicht dafür sorgen das belastungen genommen werden?

00:06:57: Okay das heißt ihr seid eigentlich ein bisschen hier im gesundheitsorientierten Personalmanagement hauptsächlich dafür zuständig Voraussetzungen zu schaffen und Einzelverlösung zu finden um Menschen, die hier arbeiten, arbeitsfähig und motiviert zu halten.

00:07:12: Versteht das richtig?

00:07:13: Das hast du sehr schön zusammengefasst!

00:07:15: Schön!

00:07:16: Ja toll also auf jeden Fall eine fantastische Aufgabe.

00:07:19: Also ich glaube es ist noch nicht wahnsinnig lange her dass man sich in der Berliner Verwaltung über solche Tätigkeiten noch sehr wenige Gedanken gemacht hat Und ich glaube heute ist das vielen Behörden bewusster, welchen Wert der Personalkörper als ganzes bin auch so darstellt und jeder Einzelne darin oder jede Einzelner.

00:07:37: Ich möchte

00:07:37: aber auch gerne noch erwähnen dass wir hier im Tandem arbeiten.

00:07:40: also hier im Bereich ist ja noch eine Mitarbeiterin die im BEM unterstützt und auch Gespräche führt oder manchmal ist es auch so dass wir Gespräche zusammenführen wenn das gewünscht ist Wie ich schon erwähnt, das könnten sich ja die Mitarbeitenden

00:07:56: aussuchen

00:07:57: mit wem sie sprechen.

00:07:59: Ja also ich habe da bisher positive Erfahrungen gesammelt.

00:08:03: Vielleicht entsteht manchmal der Eindruck wenn man das Wort Verwaltung hört als würde es sich ausschließlich um Arbeiten handeln.

00:08:10: und was du mir jetzt bis hierhin erzählt hast prägt für mich eigentlich den gegenteiligen Eindruck, dass ich sage Verwaltung ist eben auch sehr viel mehr als nur Dinge aufschreiben.

00:08:21: Und

00:08:22: insofern sagt mir doch mal ein Satz dazu, wie du diese Vielfältigkeit auch von Verwaltungsarbeit im Justizvollzug wahrnimmst.

00:08:31: Wie du das einschätzt?

00:08:32: Ob es Dinge gibt die du als besonders bereichernd empfindest oder Dinge die du also besondere Herausforderung empfindest so aus deiner ganz persönlichen Erfahrung mit Verwaltungssarbeit hier in der Ötvortegel

00:08:43: Es ist schon viel Computerarbeit, PC Arbeit.

00:08:46: Viele Recherche gerade

00:08:47: jetzt auch

00:08:48: für mein Aufgabengebiet als Gesundheitskoordinatorin.

00:08:52: aber nichtsdestotrotz hat man und das finde ich auch das Schöne

00:08:55: hat man

00:08:56: nicht nur in seinem eigenen Bereich sozusagen den Kontakt zu den Mitarbeitenden sondern auch darüber hinaus.

00:09:02: also wir sind ja hier ganz unterschiedliche Service Einheiten und wir haben ganz unterschiedlich Abteilungen.

00:09:11: So funktioniert

00:09:12: dann auch

00:09:12: nur gute Arbeit, wenn man auch über seinen Bereich

00:09:17: heraus

00:09:18: schaut und Hand in Hand sozusagen mit anderen Bereichen zusammenarbeitet.

00:09:23: Weil mir passiert das ganz oft dass ich denke ach nee also Das kann mir jetzt hier in meinem Bereich gar niemand beantworten.

00:09:32: Jetzt rufe ich

00:09:32: mal zum Beispiel eine Abteilung Sicherheit an und sage Mensch, ich prüfe

00:09:36: hier

00:09:36: gerade etwas ein neues Gesundheitsangebot.

00:09:40: ja und da bin ich jetzt darüber gestolpert ob es da irgendwie kritisch werden könnte.

00:09:46: im Hinblick auf zum Beispiel Mode marken Ja wir prüfen jetzt gerade die Beteiligungen

00:09:52: an Corporate

00:09:53: Benefits haben bestimmt einige schon mal gehört, in manchen Behörden gibt es das auch schon die Kooperation.

00:09:59: Das hatte ich nämlich erst gestern und dann habe ich mal nachgefragt Mensch wie sieht's denn da aus?

00:10:03: Gibt es da irgendwelche Bedenken?

00:10:05: Ja!

00:10:07: Und das macht halt auch Spaß und man muss dann eben auch mal

00:10:11: aufstehen

00:10:11: von seinem Arbeitsplatz und sich mal in einen anderen Bereich bewegen.

00:10:15: ja was auch schön ist, dann mal so Präsenz zu zeigen.

00:10:19: oder mein persönliches Gespräch.

00:10:21: Alleine im Rahmen dieser BEMP-Verfahren hat man Kontakte zum Mitarbeitenden,

00:10:26: die man

00:10:26: teilweise vorher noch nie gesehen hat und das ist immer eine sehr erfrischende Arbeit

00:10:33: dann auch.

00:10:35: Ja

00:10:35: ich

00:10:36: finde auch die Vielfalt ist hier in allen Berufsgruppen und Laufbahnen gegeben.

00:10:40: Machtarbeit im Justizvollzug zu einem sehr komplexen, aber auch einem sehr spannenden Thema.

00:10:45: Zur Frage der Herausforderungen noch mal zurück.

00:10:46: Gibt es denn irgendwas was zu sagen?

00:10:49: Ich weiß jetzt nicht ob ich würde gar nicht sagen negativ, aber als besonders herausfordernd oder schwierig wo du einen längeren Zeitraum gebraucht hast vielleicht um dich reinzufinden was Verwaltung und Justiz vollzug für dich besonders herausfordern macht.

00:11:02: also ich habe schon immer gern in die Verweidungstätigkeit reingeschnuppert würde ich jetzt mal sagen ja Auch damals, insbesondere wo ich hier angefangen habe in der JVT-Tegel.

00:11:14: Ich war immer interessiert Mensch was machten eigentlich die Teilanstaltsleitung?

00:11:18: Insbesondere auch die Mitarbeitenden der Teilansteitsleitung Was haben sie denn für Aufgaben in nicht?

00:11:24: und als sich dann im Haus zwei war da durfte ja noch mehr sozusagen dieses Aufgabengebiet hereinstuppern Und hab dort teilweise auch Aufgaben übernommen.

00:11:32: Das war eine Herausforderung weil das ist Nicht das klassische was man im Studium lernt Das lernt man dann in der Arbeit und mit der Erfahrung.

00:11:43: Und als ich dann sozusagen gefragt wurde, ob ich mir die Tätigkeit hier in der SEGPM vorstellen

00:11:48: könnte... SE steht für Service Einheit?

00:11:51: Genau!

00:11:51: Da muss

00:11:52: ich sagen, dass ich kurz darüber nachgedacht habe.

00:11:56: Also ich glaube wenn man wirklich Lust drauf hat, kommt man so rein.

00:12:02: Mir macht die Arbeit Spaß, mir macht Verwaltung Spaß.

00:12:06: Ich lerne super gerne dazu und bin auch immer dankbar Wenn es Rückmeldungen gibt, auch gerne mal von der Ansteuersleitung.

00:12:14: So länger man eine Tätigkeit macht mit der Erfahrung wird's dann immer besser.

00:12:19: Was sind denn so die großen Verwaltungsabteilung in der Anstalt, die es gibt?

00:12:24: Also bei uns hier in der JVR-Tegel da ist es die SEIV Finanzen, Service Einheit.

00:12:33: Financen

00:12:34: ja dann

00:12:34: wir unsere Abteilung halt.

00:12:36: Dann

00:12:37: ist es die Service-Einheit Personal,

00:12:40: also unsere Personalstelle.

00:12:42: Wir haben natürlich noch

00:12:43: den Steuerungsdienst

00:12:44: und

00:12:45: dann

00:12:47: gibt's auf jeden Fall noch die Vollzugsverwaltung.

00:12:48: Ja klar,

00:12:49: ganz klar!

00:12:51: Und die inneren Dienste haben wir auch noch.

00:12:53: Überwiegend tatsächlich Verwaltungsmenschen.

00:12:55: Weniger Menschen, die so wie ich jetzt vorher als Sozialverwaltung...

00:13:00: Im Fähr-Einstieg

00:13:00: quasi auch gelandet sind?

00:13:02: Genau!

00:13:02: Das gibt es ja aus meiner Berufsgruppe dem allgemeinen Vollzugsdienst hier und da auch dass Menschen irgendwann in den Verwaltsbereich wechseln dann meistens eben im mittleren Verwaltungstienst.

00:13:11: Wie gesagt wenn man Bock auf Verwältung hat Dann ist man hier auf jeden Fall richtig Und dann findet man auch ein Aufgabengebiet oder einen Arbeitsbereich, wo man drin aufgeht und wo man Spaß

00:13:23: hat.

00:13:24: Das klingt auch großartig!

00:13:25: Gähne ist dann so aus seiner ganz persönlichen Sicht und spontan überlegt noch andere

00:13:30: Eigenschaften

00:13:31: oder einen Ratschlag von dir als erfahrener Kraft an junge Bewerberinnen was man vielleicht mitbringen sollte damit man mit so einer Tätigkeit im Justizvollzug auch glücklich und zufrieden werden kann?

00:13:43: Wenn man hier ankommt Nicht gleich

00:13:46: die Flinte ins

00:13:47: Korn werfen.

00:13:49: Was du glaube ich auch bestätigen kannst ist, man kommt hier nicht oder man fängt hier nicht an und ist sofort angekommen.

00:13:55: Ja jeder braucht seine Zeit und ich kann jedem raten nehmen sie sich die zeit oder nehmt euch die zeit Auch wenn es anfangs vielleicht schwer sein mag mit unserem GGO und den verfügungen.

00:14:10: Und wer bekommt was?

00:14:11: Und wer müsste bei welchem tisch müsst ihr jetzt noch etwas gehen?

00:14:14: so ja

00:14:15: Das dauert

00:14:16: alles, aber das ist auch okay.

00:14:19: Und es gibt genug Menschen hier Mitarbeiter, die da unterstützen, die ein offenes Ohr haben, ja, die Interesse haben dass auch neue Mitarbeitende hier adäquat ihre Arbeit aufnehmen und sich einarbeiten.

00:14:34: Ja vielleicht an der Stelle auch nochmal erwähnen wir haben mir hier auch einen Onboarding nicht was wir ja auch begleiten.

00:14:43: Also

00:14:43: dieses Onboarding ist eine

00:14:44: Reihe von

00:14:45: Schulungen für neue Mitarbeitende.

00:14:48: Damit seht ihr den Job hier richtig kennennahmen durch verschiedene Vorbildungsveranstaltungen, Schulungen

00:14:52: und Hospitationstermine ganz genau.

00:14:56: Und da lernt man ja auch

00:14:57: ganz viel.

00:14:58: Da bekommt man ja viele Eindrücke auf natürlich in unterschiedliche... Behörden oder Justizvollzugsanstalten.

00:15:05: Was man mitbringen sollte, hast du mir schon erzählt?

00:15:07: Also eigentlich sind wir an dieser Stelle schon am Ende unseres kleinen Gespräches.

00:15:11: ich danke dir nochmal sehr für deine Zeit und für deiner Erzählung.

00:15:15: Ich fand das sehr interessant und sehr vielseitig Und ich will mal hoffen dass wir junge Menschen oder vielleicht auch schon erfahrenere Menschen die sich noch einmal verändern möchten Vielleicht ein klein wenig dafür interessieren können Sich auch einmal für Verwaltungsarbeit in Justiz vollzug zu interessieren.

00:15:31: Dankeschön Katja

00:15:32: Und

00:15:33: bis bald bei nächster Gelegenheit.

00:15:34: Ja, sehr gerne und wer Bock auf Verwaltung hat kommt gerne vorbei bewirbt euch!

00:15:42: Es ist wirklich ein herausforderndes spannendes Aufgabengebiet

00:15:47: und

00:15:47: wir haben ja ganz tolle Mitarbeitende die gerne bereit sind etwas beizubringen

00:15:52: und mit uns

00:15:53: zu arbeiten.

00:15:54: So viel zu den Umfang und abwechslungsreichen Tätigkeiten von Katja.

00:15:59: In unserem zweiten Interview hat Nicole mit Frau Köhlbel aus der Jugendstrafanstalt gesprochen, Frau Köllbel ist LSE in der JSA Was bedeutet dass sie in der Jugend Strafanstaltung die Leiterin der vier Service Einheiten ist?

00:16:14: Und damit Teil der Anstaltsleitung.

00:16:16: was genau das bedeutet und welche Service einheiten Das sind hat sie Nicole im interview verraten.

00:16:22: Im heutigen Interview darf ich mit Frau Kölbe sprechen.

00:16:24: Hallo, Frau Kälbe!

00:16:25: Vielen Dank, dass Sie daran teilnehmen.

00:16:27: Meine erste Frage wäre für Sie – seit wann sind sie in der Jugendstrafanstalte?

00:16:31: Auch erst mal informieren, hallo!

00:16:33: Ich bin tatsächlich schon seit dem achtzehnten Jahr nur an nineteenhundert und neunundneinzig in der Anstalte.

00:16:37: Das ist eine ganze Menge.

00:16:39: Nun meine Frage – wer sind Sie?

00:16:41: Was machen

00:16:42: Sie?!

00:16:42: So ist, glaube ich.

00:16:43: die Frage stellen sich auch andere vermutlich hin und wieder mal.

00:16:46: Kann ich mir gut vorstellen?

00:16:47: Ich bin einerseits Mitglied der Anstaltsleitung und der Bereich Service also ich leite die vier verschiedenen Service-Einheiten in der Anstalte.

00:16:56: das ist die Personalstelle der Bereich Finanzen, Bereich Haushaltsteuerung Digitalisierung bin verantwortlich für alles was nichts mit gefangenen zu tun hat.

00:17:05: Was aber dafür sorgt dass so eine Anstalt auch funktionieren kann

00:17:09: Ist ja doch sehr breit gefächert.

00:17:10: Wie sieht denn so ein typischer Tag für Sie aus?

00:17:12: Der typische Tag ist der Tag, der völlig untypisch ist tatsächlich weil es gibt Termine die sind vorher vereinbart worden.

00:17:20: Man hat mehrere Besprechungen in denen man sitzt aber ansonsten gibt's natürlich auch Aktenarbeit.

00:17:25: Man muss mit den Bereitsleitungen sprechen also mit den Leitungen der Service einbreiten.

00:17:29: Die Fragen haben, man muss Steuern und Konzepte arbeiten gemeinsam.

00:17:38: Das Typische ist das Untypische so würde ich es umschreiben vielleicht.

00:17:41: Und wie behalten Sie bei der ganzen Sache den Überblick?

00:17:44: Ja, das kann ich Ihnen sagen.

00:17:45: Das geht eigentlich nur wenn so gute Leute im Hintergrund haben die sie dabei unterstützen weil natürlich auch alle einzelnen Bereiche die ich gerade aufgezählt habe haben nochmal eine eigene Leitung und weder ohne die Leitung noch ohne die Kolleginnen würde es funktionieren.

00:17:58: Ich kann mir nicht alles merken und den überblick behalten.

00:18:01: man muss eine gute struktur für sich gefunden haben die zu einem selber passt.

00:18:05: Nur dass funktioniert.

00:18:06: so kann man aus meiner Sicht die Sachen sehr gut bewältigen und man muss ihn miteinander bewältig.

00:18:11: Das stimmt, das stimmt.

00:18:12: Wie würden Sie denn am besten zwischen dem allgemeinen Vollzugsdienst der Verwaltung und der Leitung vermitteln?

00:18:19: Ein Vorteil ist zwischen der mit der Leitung zu vermittelt.

00:18:22: Das Gute ist dass ich Teil der leitung bin tatsächlich.

00:18:25: Und die Vermittlung glaube ich die ergibt sich auch dadurch dass Ich schon sehr lange hier auch verwurzelt bin in der Anstalt.

00:18:31: Es heißt man muss verstehen können was den Leuten durch den Kopf geht was unseren Kolleginnen und Kollegen im Vollzugstienst Wichtig ist, was der tägliche Alltag ist den sie erleben.

00:18:40: Denn wir in einer Verwaltung erleben das nicht.

00:18:42: Das muss man auch ganz klar sagen und Wir müssen erkennen für uns meinen Bereich heißt ja Service Einheiten, Servicebereich.

00:18:49: Das heißt uns ist klar alles was wir machen Machen wir damit die Kollegen im Vollzugsdienst mit den gefangenen Arbeiten Im sozial-Dienst psychologischen Dienst ihre Arbeit auch gutmachen können.

00:18:59: Und Die Vermittlung funktioniert Insofern als dass man eine gewisse Transparenz hat so voll sowohl Sie erwartet Dass Man sie bekommt aber eben doch selber gibt in Den Dingen die möglich sind.

00:19:08: Wahnsinn, also für mich ist es ja auch sehr interessant.

00:19:10: Ich höre zum ersten Mal was sie eigentlich wirklich alles machen.

00:19:13: Ich finde das super!

00:19:15: Und wie viel hat ihr Job denn überhaupt mit Personalführungen zu tun?

00:19:19: Oh mein Job... Ja ich würde fast sagen, sehr sehr sehr viel.

00:19:23: Also klar man ist Mitglied der Anschatzleitung Die eigentliche Personalführung passiert natürlich auch mit den Kolleginnen, die dann die weil in eigenen Bereiche führen.

00:19:31: aber nichtsdestotrotz Personalführungs das wesentliche Ahnung, wo von allem was ich hier ja mache.

00:19:37: Auch für wen ich das alles mache?

00:19:40: Was sind denn für Sie die größten Herausforderungen überhaupt im Umgang mit dem ganzen Personalverwaltung, allgemeinen Justizverzugsdienst ist doch noch mal interessant?

00:19:52: Die großen Herausforderungen liegen für mich da und dass man verstehen muss, wo kommen die Wünsche her, wofür macht man das, was man eigentlich macht?

00:20:01: Es werden ja auch Wünsche an einen herangetragen, die man leider nicht umsetzen kann oder man muss zumindest viel dafür tun versuchen es dennoch zu machen und dazu ist ein großes Verständnis notwendig.

00:20:12: Ich muss wissen was bewegt die Kolleginnen und Kollegen, die im Vollzugs sind, im Sozialdienst, Psychologischen Dienst, Arztgeschäftelte?

00:20:19: Man darf da keinen vergessen!

00:20:20: Die Werk der Werbdienste und alle.

00:20:22: nur wenn ich weiß was sie bewegt weiß ich wie Gutes tun kann dafür, dass der Job gut funktioniert.

00:20:28: Also alles was wir hier tun ist ja darauf ausgerichtet, dass wir ein gutes gedeihliches Miteinander realisieren können, das sich hier ja gut aufgehoben fühlt, gesehen fühlt.

00:20:39: und man muss sich vielleicht eingestehen, dass man ohne diese Zusammenarbeit, ohne das auch immerhin hören, was andere eben erzählen auch sagen die eigene Nöte beschreiben Die kennt man selber nicht, weil ich selber arbeite nicht mit den Gefangenen.

00:20:51: Also bin ich darauf angewiesen zuzuhören wie es anderen damit geht und wo die Probleme lang tatsächlich sind.

00:20:57: Wie treffen Sie Entscheidungen wenn es dann keine perfekte Lösung gibt?

00:21:00: Sie haben mich vorhin nach dem Alltag gefragt.

00:21:02: Ich glaube manchmal ist das ein bisschen auf der Alltag Weil wir streben das bestmögliche an.

00:21:07: ob man wirklich sagen kann jede Lösung ist eine perfekter darüber ließe sich sicherlich streiten.

00:21:13: und vor allen Dingen wenn man eine Lösung hat und verschiedene Leute, die Adressat dieser Lösungen sind, ob dann alle sagen das ist genau das was ich mir gewünscht habe.

00:21:21: Das ist glaube ich etwas illusorisch weil wir eben alle Bedarfe auch gegenseitig abwägen müssen.

00:21:28: Jeder

00:21:28: der Wünsche an uns heranträgt hat eine individuelle Vorstellung.

00:21:32: wie haben die Gesamtanstalt im Blick zu behalten?

00:21:35: Das heißt wir machen das was wir am besten für den Anstalt halten und bestenfalls es ist dann perfekt!

00:21:40: Aber ich glaube, es gibt immer noch etwas wo man sagt man kann nachsteuern.

00:21:44: Wir sind ja auch alle nicht perfekt, ne?

00:21:45: Wie gehen Sie zum Beispiel mit Zeitdruck und Personalmangel um?

00:21:49: was ja doch sehr interessant ist weil ich denke über Personalmange das kennen wir alle

00:21:55: Ja da haben sie recht Das ist von vielerlei Sicht schwierig Weil wir haben ja verschiedene Berufsgruppen bei uns in der Anstalt wie in allen anderen Anstalten auch.

00:22:04: wir haben die Verwaltung wir haben den allgemeinen Vorzugsdienst Werkdienst Lehrer Krankenpfleger, also wir haben sehr viel.

00:22:13: in allen Bereichen gibt es Personalmangel.

00:22:17: Der Zeitdruck selber das ist ja dann der der mich selber an der Arbeit trifft da habe ich glaube die Gabe dass sich ganz gut damit umgehen kann würde fast sagen brauche auch Zeit druck um aus meiner Sicht gut zu sein.

00:22:28: also das ist etwas

00:22:29: was

00:22:29: nicht gegen mich spricht.

00:22:31: also das is was damit kann ich gut umgehen.

00:22:33: Und Personalmangel ist das, wo man eben gerade im Rahmen – Sie haben mich nach der Personalführung gefragt oder nach den Aufgaben.

00:22:39: Wir müssen gucken wie die Ressourcen, die wir haben so gut eingesetzt werden dass Also den Mangel am besten auch überbrücken kann, denn wir sind alle zusammen auch so stark.

00:22:49: Wir können da ganz viel machen.

00:22:51: und was mich immer wirklich freut ist das die Kolleginnen und Kollegen, die da sind.

00:22:54: jeder weiß dass der Mangel nicht auf unabhängenden Verschulden zurückzuführen ist.

00:22:58: Wir suchen Händering Personal.

00:23:01: Wir machen die Messen, wir machen ganz viel und da jeder weiß, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass Freistellen auch nachgesetzt werden, sind auch viele bereit mit wirklich guten Ideen zu kommen anzupacken auch mal flexibel zu sein in den Dingen, also da glaube ich, da funktionieren wir als Team ganz gut und ohne dem würde es auch nicht gehen.

00:23:18: Ich alleine kann mit Personalmangel gar nicht anders umgehen als dass sich motiviere das wir gemeinsam das irgendwie bewältigen.

00:23:24: Gab es für Sie denn mal Situationen die sie an Ihre Grenzen gebracht haben?

00:23:28: Sie sind ja doch schon recht lange in der jungen Strafanstalt aber gab es doch bestimmt bei irgendwas was sie an ihre Grenzen gemacht hat

00:23:35: Das

00:23:35: stimmt.

00:23:37: Ja, und die Grenzen variieren natürlich auch mal wenn ich jetzt so spontan nachdenke.

00:23:41: Mich hat es auch von der ganzen Weile schon einmal jemandem im Unterricht gefragt gehabt.

00:23:46: Eine Grenze war mit Sicherheit erreicht als ich eigentlich mal vorhat den Kritikgespräch mit einem Kollegen, das ist jetzt nicht mehr hier zu führen und in diesem Gespräch ich persönliche Schicksale von ihm erfahren habe und der Mann dann bei mir wirklich emotional zusammengebrochen ist.

00:24:03: Da würde ich für mich sagen, das ist eine Grenze gewesen.

00:24:06: Da war ich ein Stück weit auch hilflos.

00:24:08: Ich glaube wir haben es sehr souverän zusammen weiter verführt.

00:24:11: Er hat sich aus verordentlich bedankt für dieses Gespräch.

00:24:14: aber da muss man dann auch sagen in dem Moment wo man eigentlich Kritik äußern wollte und dann aber auch sagen muss nie an der Stelle Es ist jetzt doch falsch.

00:24:22: Das hat sich völlig anders entwickelt.

00:24:23: Es hat sich eher darin entwickelt dass wir soziale Hilfestellung geleistet haben.

00:24:27: Ganz wichtig halt die Empathie zu behalten.

00:24:30: Wie hat sich denn in Ihren Augen Ihre Arbeit in den letzten Jahren verändert?

00:24:33: Also mein gesamter Berufsweg jetzt hier an der Jüngen Strafanstalt, ich habe vorher noch in anderen Verwaltungsbereichen des Berliner Verwaltung, Senatsverwaltung und so gearbeitet.

00:24:42: Hier seit erst ab dem Eighteenth Jahr.

00:24:43: nur an den Neunzehnten hatte ich ja von gesagt, hab' ich in einer Vollzugsgeschäftsstelle mal angefangen mit der Besorgungskruppe A-Fünf.

00:24:49: dann bin ich relativ zügig in die Personalstelle gekommen Dann kam die Stellenwirtschaft dazu, dann kam die Leitung der Personalsteller Ja und irgendwann war man stellvertretende Leitungen der Servicebereiche Einheiten des gesamten Bereichs.

00:25:03: Was ich persönlich auch sehr, sehr positiv finde ist auch eine Entwicklung in der Personalführung also dass wir wirklich aus meiner Wahrnehmung eine Führung auf Augenhöhe haben da wo es angepasst ist.

00:25:15: natürlich im Vollzugsdienst das ist aber nicht meine Aufgabe.

00:25:19: Im Vollzuchsdienst ist man noch an Weisungen und alles zwingend um Alarmfälle zu bereiten hier natürlich gebunden.

00:25:26: Aber der Umgang, glaube ich, untereinander von Führungskräften mit Mitarbeitenden hat sich aus meiner Sicht wahnsinnig positiv entwickelt.

00:25:32: Was die Wahrnehmung der Kolleginnen und Kollegen auch innerhalb eines Teamgefüges ist.

00:25:36: Und ich bin stolz das war, dass ich da sicherlich mein Anteil mit dran habe.

00:25:40: Ich finde es sehr gut vom Teamgefühl von den Möglichkeiten, die man intern eben auch hat, sich zu entwickeln.

00:25:46: Mich zieht hier gar nichts weg.

00:25:48: Deswegen würde ich immer sagen, es darf alle gerne auch herziehen bei allen Herausforderungen, weil allem was damit verbunden ist Es ist eine wahnsinnig spannende Arbeit.

00:25:56: Man merkt auf jeden Fall, Sie sind noch mit vollem Herzblut dabei?

00:25:58: Ja!

00:25:59: Das finde ich total toll und kann nicht von mir auch behaupten.

00:26:02: Toll, dann würde ich mich jetzt erst mal bedanken, mich verabschieden.

00:26:06: Vielen vielen Dank für die tolle Konversation mit Ihnen und wünsche Ihnen erstmal noch einen wunderschönen Tag.

00:26:11: Herzlichen Dank viel Erfolg wünsche ich Ihnen auch.

00:26:22: Daniel ist in der Frau G. Der Vollzugsgeschäftsstelle der Jugendstrafanstalt tätig, zufällig die Einheit in der Frauköbel früher einmal gearbeitet hat.

00:26:33: So als nächstes habe ich den Daniel bei mir.

00:26:36: Daniel arbeitet bei uns in der Vorg.

00:26:38: so genannten Vollzuggeschäfts- stelle.

00:26:41: Daniel seit wann bist du denn in einer Jugendstraftanstalt?

00:26:43: Hallo erstmal.

00:26:45: Ja, also ich bin jetzt seit April drei Jahre tatsächlich hier.

00:26:49: Doch schon

00:26:49: so lange?

00:26:50: Ja!

00:26:50: Es ist ja eine Zeitrennung ne?

00:26:52: Kommen wir auch nicht so lange.

00:26:52: Wahnsinn und du bist komplett in der Verzugsgeschäftsstelle tätig.

00:26:57: Genau

00:26:57: mein Hauptaufgabenfeld

00:26:59: ist die

00:26:59: Vollzugs-Geschäftsstellen

00:27:00: kurz VG.

00:27:01: Okay viele denken ja da passiert bei euch sowieso nur Papierkram.

00:27:05: ihr legt Akten hin oder guckt das wenn Terminer sind dass das alle so ist.

00:27:09: was passiert denn wirklich bei euch?

00:27:12: Also auch Papierkram?

00:27:13: Ja, gerade durch die Gefangene Personalakte.

00:27:17: Von A wie AGST bis Z wie ZVM – Die Begriffe der Kerkermeister!

00:27:23: Die gefangenen Personalakte ist die Papierakte, die den Gefangenen während seiner gesamten Vollstreckung begleitet.

00:27:30: Sie isst in drei sogenannte Nadeln unterteilt, die alle unterschiedliche Inhalte beherbergen.

00:27:36: Auf der ersten Nadel finden sich vor allem Informationen zur aktuellen Vollstreckung, wie das Personal- und Vollstreckungsblatt die aktuellen Vollzugspläne und sonstige Unterlagen zu diesem Thema.

00:27:48: Auf der zweiten Nadel befinden sich vor allen Gerichtssachen also Bundeszentralregisterauszüge, Urteile möglicherweise dazugehörige Gutachten, Strafzeitberechnungen zum Beispiel auch

00:28:00: für Ersatzfreiheitsstrafen,

00:28:02: Haftbefehle, Festnahmeprotokolle – all solche Dinge!

00:28:06: Auf der dritten Nadel befinden sich alle Unterlagen, die sich für den Gefangenen während der laufenden Vollstreckung ansammeln wenn wir mit ihm korrespondieren.

00:28:15: Also beispielsweise Anträge, die er gestellt hat unsere Antworten also Bescheide darauf und all solche aktuellen Dinge.

00:28:22: eine zusätzliche Besonderheit besteht darin dass seit vielen Jahren natürlich auch im Justizvollzug IT Fachanwendungen immer vielfältiger eingesetzt werden.

00:28:32: Dazu gehört auch eine Fachanwendung, das sogenannte SOPART in dem viele Daten erfasst und abgelegt werden die gar keinen Einzug mehr in die Papierpersonalakte halten müssen weil sie dort jederzeit abrufbar sind.

00:28:46: Es ist also schon jetzt eine Art Hybrida-Aktenführung und natürlich wird der Justizvollzug immer digitaler.

00:29:04: Es gibt ja zwei Möglichkeiten, wie inhaftierte hierher kommen.

00:29:07: Das ist entweder wenn sie vom Gericht oder auf der offenen Straße festgenommen wurden und durch die Polizei- oder Fahrbereitschaft zu uns gebracht werden... ...oder wenn jemand schon verurteilt wurde aber die Wohnverhältnisse auch... sozusagen fest sind

00:29:24: und keine

00:29:24: Fluchtgefahr passiert, dürfen sich auch Verurteile selbst stellen.

00:29:29: Das funktioniert ja dann über die Besonderforte genau und die

00:29:33: holen wir

00:29:33: auch von dort ab.

00:29:36: bei uns wird dann erst mal eine Aufnahmeverhandlung vorgenommen.

00:29:40: das bedeutet wir gehen erstmal die Grunddaten durch ist auch so ein bisschen vorbereitene Maßnahme für die Sozialarbeiter im Zugangsbereich dass sie schonmal paar Eckdaten haben bestätigt

00:29:52: wurden.

00:29:53: Wir arbeiteten mit den Sozialarbeiterinnen und Gruppenleitern zusammen, wir arbeitete auch mit dem Justizvollzugsdienst zusammen.

00:29:58: Wie viel Verantwortung steckt denn so wirklich hinter deiner Arbeit?

00:30:02: Also ich würde sagen schon sehr viel dadurch dass wir ja auch die Termine koordinieren die ein Inhaftierter haben kann.

00:30:11: wenn da was schief geht wäre das natürlich doof weil nicht nur wir mit eingebunden sind sondern ganz viele andere auch also ihr als Vollzugsbeamte, gegebenenfalls die Kolleginnen und Kollegen der Arztgeschäftsstelle.

00:30:23: Die Kollegen der Fahrbereitschaft also dahinten doch schon ein bisschen was dran.

00:30:27: Würdest du jetzt für dich sagen dass du mehr im Hintergrund arbeitest oder doch eher mitten im Geschehen bist?

00:30:33: Also so richtig präsent sind wir natürlich nicht da wir im Büro bleiben.

00:30:38: aber gerade telefonisch sind wir dann doch schon sehr präsent, wenn wir halt eben auch in den Häusern anrufen.

00:30:45: Falls wir irgendwas brauchen beziehungsweise da auch der meiste Schriftverkehr über unsere Tüsche gehen schicken wir das natürlich auch in die Häuser.

00:30:55: also man hört von uns entweder telefonisch oder zumindest schriftlich.

00:30:59: ja das stimmt aber es ist halt wirklich faszinierend dass man das dann halt auch mal aus eurer Sicht hört Weil, wie gesagt für uns ist es halt alles so nebenbei.

00:31:08: Aber eigentlich seid ihr ja voll mit einem Geschehen weil ihr das alles koordiniert ne?

00:31:12: Das sollte man immer nicht vergessen!

00:31:13: Und wie hoch ist der Druck dabei?

00:31:16: Also gerade zur Anfangszeit war der Druck schon sehr hoch.

00:31:21: Gerade wenn's dann doch mal etwas hektisch ist kann der Brötchen auch mal steigen.

00:31:26: aber letzten Endes... sitze ich nicht alleine dort.

00:31:31: Ich habe ja noch meine Kolleginnen im Büro und wir helfen uns untereinander, wir unterstützen uns und da ist auch das Schöne was auch in den vorherigen Folgen gesagt wurde dieses schon eher familiäre Fall eines untereinander.

00:31:44: Das merken wir

00:31:45: auch über

00:31:46: euch als Vollzugsbeamten.

00:31:47: Man hilft sich wo man kann Ja und das nimmt einen dann doch schon so diesen auch emotionalen Druck.

00:31:55: Das stimmt, da gebe ich dir absolut recht.

00:31:57: Ist das denn für dich jetzt eher Routine geworden so nach drei Jahren oder doch immer noch eine ständige Abwechslung?

00:32:03: Also ich würde sagen es ist eine abwechstungsreiche Routine...

00:32:07: Das hast du gut gesagt!

00:32:08: Das gefällt mir sehr gut!

00:32:09: Es ist so dass wir natürlich feste Punkte haben.

00:32:12: also natürlich wenn wir früh morgen starten lösen wir die vorherigen Terminmitteilungen auf.

00:32:19: Das heißt gerade wenn Terminer nach unserem Dienstschluss So zu sagen, wie dann die Anstalt transportiert werden müssen wir natürlich auch gucken.

00:32:28: Ist denn etwas bei rausgekommen?

00:32:30: Das wäre natürlich für die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter wichtig.

00:32:33: Dann legen wir natürlich den aktuellen Tag vor das heißt warten ab bis die Termine aus den Häusern gebracht werden.

00:32:39: Stimmen auch schon den nächsten Tag mit der Fahrbereitschaft ab.

00:32:42: also das sind wie gesagt immer so feste Punkte.

00:32:44: Und dann kommt dass eben was zwischendurch passiert.

00:32:47: Fühlt du dich denn manchmal so unterschätzt oder ihr als Team sagt Die wissen eigentlich gar nicht, was wir alles machen.

00:32:56: Also ich glaube das geht jedem Bereich so aber wirklich unterschätzt würde ich nichts sagen.

00:33:04: Also ihr fühlt euch trotzdem gesehen und ihr merkt auch oder beziehungsweise man sieht halt auch was ihr eigentlich leistet weil eure, sagst du mal die Verzugsgeschäfts-Delle ist ja doch sehr umfangreich.

00:33:14: Was würdest Du denn Deinen Kollegen gerne so vermitteln?

00:33:19: Also ich würde jetzt spontan sagen, dadurch dass wir halt in der Verwaltung sitzen und eben nicht so nah am Inhaftierten sind.

00:33:29: Sind wie natürlich was das Empathische angeht etwas... ...nicht abgekühlt.

00:33:35: aber wir sind eher objektiver.

00:33:40: also dementsprechend wenn wir mal etwas durchgeben was für euch auch sympathischer sich dann doch ein bisschen fies ist meinen wir es Nicht so, das ist nicht unsere persönliche Meinung.

00:33:49: Aber es ist halt eben das Objektive was wir durchsetzen

00:33:53: müssen.

00:33:54: Ja verstehe ich.

00:33:56: Man versteht sich heute am Telefon auch mal... ...nicht so.

00:33:59: oder man versteht halt auch mal Aussagen feite und dann ist das eigentlich gar nicht so.

00:34:02: Man ist einfach nur gerade gestresst oder ah verdammt das nervt mich jetzt grade.

00:34:06: Schön!

00:34:06: Das war's eigentlich schon mit meinen Fragen.

00:34:08: Für mich persönlich würde ich dich gerne noch fragen.

00:34:09: Beräuschst du irgendwas dass du hier angefangen

00:34:12: hast?

00:34:12: Nein, ehrlich gesagt nicht.

00:34:14: Sag ich auf jeden Tag.

00:34:15: tatsächlich wenn ich gefragt werde... Ich bräuchte es absolut nicht.

00:34:18: also ich kann es jedem empfehlen gerade auch in Hinsicht auf die neue Ausbildungs- bzw.

00:34:25: Messe die er dann heidering stattfindet.

00:34:28: Ruhig mal hingehen sich das angucken!

00:34:30: Es lohnt sich.

00:34:31: Das freut mich.

00:34:32: das heißt auch in der Verwaltung kann man sich sehr wohlfühlen und schöne Jobs finden Auf jeden Fall.

00:34:38: Daniel, ich bedanke mich ganz darauf bei dir!

00:34:39: Es hat mir sehr viel Freude bereitet und da wünsche ich dir erst mal noch einen wunderschönen Tag.

00:34:43: Vielen Dank.

00:34:44: Wünsche

00:34:44: ich auch.

00:34:46: Das war's von Daniel... ...und seinen Tätigkeiten in der Vollzugsgeschäftsstelle.

00:34:50: Aber Nicole hat noch ein dritten und letzten Pfeil für uns im Köcher.

00:34:55: Sie hat sich nämlich auch noch mit Agar unterhalten.

00:34:59: Agar arbeitet in der Hauptgeschäftsstelle der Jugendstrafanstalt Der sogenannten HG.

00:35:04: Die HG ist das Verwaltungszentrum einer JVA.

00:35:08: Viel Spaß auch bei diesem Gespräch!

00:35:19: Hallo Nicole, die Hauptgeschäftsstelle gehört zu der Abteilung innerer Dienste und ist das zentrale Verwaltungszentrum oder das Herzstück unserer Anstalt.

00:35:32: Wir kümmern uns

00:35:34: um

00:35:34: administrative Aufgaben, die notwendig sind damit die Behörde funktioniert.

00:35:42: Einfach

00:35:43: erklärt

00:35:44: zu meinen

00:35:45: Aufgaben

00:35:46: gehört Schriftgutverwaltung, also die Registratur.

00:35:50: Ich sortiere, verteile Archiviere, die Posts, Akten und Dokumente.

00:35:56: Beschäftige mich mit innere Organisationen, Planerabläufe kümmer mich um Büromaterialbeschaffung von Arbeitsmitteln, bearbeite Reklamationensturmmehlungen an verschiedenen Geräten, bezahle Rechnungen, versende Pakete,

00:36:15: überwache die Fristen.

00:36:16: So sind die Probeaufgaben der Hauptgeschäftsstelle.

00:36:22: Wow!

00:36:23: Also Feierabend hast du aber auch ab und zu machen?

00:36:25: Ja schön

00:36:26: süß schon!

00:36:29: Warum ist denn die Arbeit so wichtig für den gesamten Vorzug?

00:36:32: Und was würde passieren wenn es euch als Stelle gar nicht geben

00:36:35: soll?

00:36:36: Also die Hauptgeschäftsstelle ist so ein bisschen wie ein Nervenzentrum.

00:36:43: Hier startet sozusagen

00:36:44: alles,

00:36:45: der Posteingang fürs Überwachung, interne Kommunikation und Aktenführung.

00:36:51: Und wenn die Ställe sozusagen

00:36:54: wegfielen...

00:36:56: würde die Verwaltung bei

00:36:58: uns

00:36:59: nicht effizient, ein bisschen chaotisch?

00:37:02: und ja ... Die Sachbearbeiter hätten dann ihre Vorgänge nicht

00:37:09: bekommen.

00:37:09: Ja, richtig.

00:37:10: Wurde einiges auseinanderbrechen, sagst du.

00:37:12: Genau.

00:37:12: Darf ich auch aus?

00:37:14: Wie sieht denn so'n typischer Arbeitstag bei dir aus?

00:37:15: Hast du viel Routine oder gibt es eher spontane Aufgaben... Oder was sind für dich die häufigsten Vorgänger, die bei dir landen?

00:37:24: Also Wie ich schon erwähnt habe, hab' ich ganz viel zu tun mit der Post.

00:37:29: Also mein Arbeitstag startet

00:37:32: meistens

00:37:33: mit Check von den E-Mails und der manuelle Post.

00:37:37: Ich führe viel Korrespondenz per E-mail oder für die Telefonate.

00:37:45: Planetermine Rechnungen, Reklamationen müssen bearbeitet werden falls irgendwie Lieferungen schlecht gelaufen sind.

00:37:56: Es gibt keinen typischen Tag, da jeden Tag unterschiedliche Prioritäten hat.

00:38:02: und ja dann muss man halt gucken und sich selbst organisieren.

00:38:06: was mache ich zuerst?

00:38:08: Ja Routine gibts aber

00:38:10: es kann immer

00:38:11: spontan dazwischen...

00:38:13: Das glaube ich das glaube ich.

00:38:14: Ich war jetzt auch schon öfters bei dir weil ich etwas brauchte.

00:38:18: Und wie gehst du so mit dem ganzen Verantwortungsdruck um?

00:38:21: Ich versuche mich gut zu strukturieren, ja und selbst so im Privatten fahre ich ganz viel Fahrrad, trainiere ein bisschen Yoga.

00:38:32: Und achte auf gesunde Ernährung!

00:38:35: Vorbildlich sehr vorbildlich.

00:38:38: mit welchen Bereichen arbeitest du denn so am engsten zusammen?

00:38:42: oder wie läuft die Kommunikation mit dem Justizvollzugsdienst?

00:38:46: Ja, es ist ein bisschen schwer zu sagen mit wem arbeite ich im Ängsten da ich mit ganz vielen Abteilungen übergreifend arbeite oder auch denen bei Organisationen von Veranstaltung helfe.

00:39:01: Ja,

00:39:02: aber es ist immer nicht mit den Kollegen ins Gespräch zu kommen.

00:39:08: Viele kommen in der Hauptgeschäftsstelle weil das ein Anlaufpunkt ist und wir sind auch die Hilferstellung für die Kollegen oder falls sie irgendwas brauchen bestellen wir natürlich im Rahmen für bestimmte Materialien.

00:39:25: Von daher haben wir viel nette Gespräche

00:39:29: und... Ihr seid doch immer voll Zucker.

00:39:31: Nein wirklich, ihr seid immer total höflich!

00:39:33: Ich habe es noch nie erlebt, dass irgendeiner unfreundlich wurde gesagt, nee ich hab jetzt keine Zeit.

00:39:36: Also das ist halt immer super,

00:39:38: fand

00:39:38: ich.

00:39:39: Ich finde halt von der Zusammenarbeit her, finde ich das sehr sympathisch.

00:39:42: Da gibt es andere Bereiche wo das vielleicht nicht so gut ist.

00:39:45: Wir

00:39:45: versuchen servisorientiert

00:39:48: mit großen... Also, der Service wird bei uns

00:39:51: groß geschaffen!

00:39:52: Das merkt man auch und macht immer wieder eine Freude.

00:39:55: Danke schön!

00:39:56: Was ist denn für dich eine große Herausforderung?

00:39:58: Und was unterschätzen andere Bereichen von dem, was du tust?

00:40:02: Vielleicht sind viele nicht so klar wie viele Aufgaben eigentlich die umfangreichen.

00:40:07: Die Hauptgeschäftsstelle hat, und manche vielleicht belächern das so ein bisschen.

00:40:12: Ach ja, Hauptgeschäftestelle!

00:40:14: Aber man muss seine Abläufe gut kennen und von allem die Leute kennen... für was, wer zuständig ist.

00:40:24: Ja und das...

00:40:25: Das ist mir auch schon aufgefallen.

00:40:28: Also die Verwaltung an sich ist ja ein rieses Organ eigentlich.

00:40:32: Ist mir so persönlich nie aufgefallen weil es kriegen wir selbst im Allgemeinen Vollzugsdienst nicht mit.

00:40:37: Was machst du denn in deinem Job zum Beispiel richtig gerne?

00:40:39: Und was würdest du jemanden raten der überlegt sich in der Verwaltung im Justizvollzug zu bewerben?

00:40:46: Also ich

00:40:46: mag den Kontakt mit

00:40:48: Kollegen

00:40:49: und auf jeden Fall die Vielfalt von meinen Aufgaben.

00:40:54: Ich bin nicht so der Mensch, der ganz routiniert... Ja, Routine kommt

00:40:59: auch vor aber

00:41:01: dadurch dass die HG so viele Sachen verschiedene Sachen hat ist mir nicht langweilig.

00:41:09: Von daher denke ich es ist eine gute Alternative zur freie Wirtschaft.

00:41:15: Also sagst du eigentlich auch, man kann sich in der Verwaltung auch weiterentwickeln.

00:41:17: Man bleibt nicht nur an einem Punkt stehen?

00:41:19: Nein,

00:41:20: nein!

00:41:20: Man

00:41:20: hat schon so Aufstiegschancen und so...

00:41:22: Richtig!

00:41:22: Also wenn man darauf Lust hat und Karriere unientiert

00:41:26: ist,

00:41:26: hat man auf jeden Fall die Möglichkeit in der Verfaltung Karrieren zu machen.

00:41:32: Schön!

00:41:33: Liebe Aga

00:41:33: ich bin dir ganz, ganz bedankbar.

00:41:36: es war ein wunderschönes Gespräch.

00:41:38: Ich hoffe, dass es dir auch ein bisschen gefallen

00:41:39: hat.

00:41:39: Ja!

00:41:40: Das hat euch sich viel Spaß

00:41:41: gemacht.

00:41:41: Und ich bin auch dankbar, dass du dir die Zeit genommen

00:41:43: hast.

00:41:43: Aber gerne.

00:41:44: Ich freue mich und wünsche dir jetzt erst mal

00:41:46: noch einen wunderschönen Tag.

00:41:47: Dir auch um viele nette Gespräche weiterhin mit den Kollegen.

00:41:53: Das hoffen wir.

00:42:08: hat dafür eine Gesprächsrunde auf die Beine gestellt, die dieses Thema von allen möglichen Seiten und Perspektiven höchst interessant beleuchtet.

00:42:16: Ich würde mich freuen wenn ihr auch dann wieder einschalten würdet!

00:42:20: Bis dahin alles Gute und

00:42:22: bis bald

00:42:23: Euer Stefan.

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